1300km – 11 Monate – Bergamont Revox 8.0 – Mein Test

Bike am Bahnhof Eppstein

Nachdem mir mein geliebtes Cube 2014 geklaut worden ist, habe ich mir im August 2016 ein neues Bike zugelegt.

Hierzu begab ich mich mal wieder zum HiBike in Kronberg , schon zu Zeiten als ich das Cube noch besaß hat mir ein Bekannter den Laden empfohlen und ein paar Bikeparts habe ich mir damals schon dort gekauft.

Meine Wünsche und Kriterien waren:

  • 29″ Zoll
  • Hardtail
  • Preis <1000 €

Sofort fanden wir auch ein paar Räder die auf diese doch sehr grob gefassten Kriterien passten. Begonnen haben wir mit einem Revox 4.0 für unter 500€, ich war echt begeistert ein Rad in der Preiskategorie zu finden was mir prinzipiell, nach ein paar Runden auf dem HiBike-Parkplatz, zusagt. Doch wir sind noch nicht am Ende, Rodney (Mitarbeiter von HiBike) bremste mich direkt mal ein und fing jetzt an mich mit Fragen zu Löschern die ich mir vorher selbst nicht gestellt habe:

  1. Was willst du mit dem Bike machen?
  2. Wo willst du biken?
  3. Wie häufig?
  4. Verfolgst du spezielle Ziele mit dem Bike, wenn ja welche Ziele?

Ich antwortete etwas überrumpelt und Rodney sagte da hätte er noch 2 Bikes die ich nochmal testen sollte bevor ich mit dem Revox 4.0 verschwinde. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher aber ich glaube es war ein GHOST Kato 7. Wieder drehte ich ein paar runden auf dem Hof und es fühlte sich deutlich besser an als das Revox 4.0, die Schaltung ging weicher und fühlte sich etwas direkter (schneller) an als beim Revox 4.0. Aber Rodney hatte schon das Revox 8.0 in der Hand und bat mich dieses zu fahren. Ich ein alter Shimano-Fan (weil er auch nichts anderes kannte) war von den Sram-Komponenten etwas überrascht. „Kenn ich nicht, sind die Gut?“ – diese Frage an Rodney outete mich direkt als Vollnoob, aber mit einer Engelsgedult, erklärte mir Rodney das die Komponenten dem vom Shimano in nichts nachstehen, aber ich solle mich selbst überzeugen. gesagt getan wieder ein paar Runden auf dem Hof gedreht. Ich war sofort angetan von Bike und Komponenten. Die Sram Schaltung war sehr schnell und direkt. Das Rad lief gut, die Sitzposition war passend und das Design hat mir zugesagt, Bauchgefühl passte.

Jetzt kommt der Haken, das Bike soll mehr als 1000€ kosten. Ich setzt mich nochmal auf das GHOST Kato 7 um zu abzuwägen ob das Bike nicht ausreichend ist. Doch der subjektiv gefühlte technische Fortschritt auf dem Bergamont Revox 8.0 sind selbst für mich als „Anfänger“ deutlich spürbar. Ich entscheide mich also für das Revox 8.0 29″ und kaufe es.

Spezifikationen des Revox 8.0 (2016)

 

Rahmenhöhen L
Farbe black / white (matt)
Rahmen 29″ MTB, 6061 Aluminium Ultra Lite Rohrsatz, T4/T6 wärmebehandelt, dreifach konifiziert, Tapered Headtube, 3D-Dropout, Race Geometrie
Gabel RockShox Reba RL 29″, tapered, 80/100mm für S/M-L, Luftfeder, Lockout mit Fernbedienung
Schaltwerk Sram GX10, Type 2.1, long cage
Umwerfer Sram GX10, High Direct Mount, Top-Pull
Schalthebel Sram GX, 1×10-fach, Trigger-Shifter
Zahnkranz Sram PG-1030, 10-fach, 11-36t
Kette Sram PC-1031, 10-fach
Kurbelsatz Sram GX1000, 38/24t, Länge: 170mm/175mm für S-M/L-XXL
Innenlager Sram BB92, PressFit
Übersetzung 2×10-fach, vorne: 38/24t, hinten: 11-36t
Bremsen Magura MT4, hydraulische Scheibenbremse, Storm Rotor: 180/160mm
Bremshebel Magura MT4, hydraulische Scheibenbremse
Felgen Sun Ringlé Helix TR25, 29″, Disc, geöst, 32L
Vorderradnabe BGM Pro, 6-Loch, Disc, Schnellspanner, 32L
Hinterradnabe BGM Pro, 6-Loch, Disc, Schnellspanner, 32L
Speichen Edelstahl, zweifach konifiziert, 2,0/1,8/2,0, schwarz
Bereifung Schwalbe Rocket Racing Ralph
Schläuche Schwalbe SV19B Light 40/62-584/635
Steuersatz Cane Creek 10, A-Headset, semi-integriert ZS44/28.6/H8 | ZS56/40 (tapered)
Lenker BGM Race Pro, Flatbar, Kröpfung: 9°, Breite: 720mm
Vorbau BGM Pro, 7°, Länge: 90/100/110mm für M-L Klemmdurchmesser: 31.8mm
Griffe BGM Race, MTB, Double Density, Schraubgriffe
Sattel Selle Royal Avio Gent
Sattelstütze BGM Pro, 2-Bolt Design, 30.9mm, Länge: 400mm
Pedale Marwi SP-2662
Gewicht ca. 11,90kg (M)

Nun ist es fast ein Jahr her, seid gestern stehen 1300km auf dem Tacho und ich möchte meine Erfahrungen mit den Lesern teilen:

Mein Fahrprofil sieht wie folgt aus:

  1. Distanz ist zwischen 30-50km pro Tour
  2. Gelände 20% Straße 60% Rad und Feldwege 20% abseits davon (eher selten)
  3. 200-500 Höhenmeter
  4. Dauer 1,5 Stunden bis 3 Stunden pro Tour

Im Frühjahr hatte ich eine Woche Urlaub welchen ich nutze um mein Kondition aufzubauen, also rauf auf das Rad und los. Die erste Tour auf dem Radweg R3 und R8 nach Frankfurt, ging ganz gut Rad läuft prima. In den folgenden Tagen bin ich bei uns im Taunus unterwegs, Rettershof, Staufen, Kaisertempel, Meisterturm…. und es macht Spaß. Ich hatte nach ca. 80km meinen ersten Platten, wie sich herausstellte geschuldet durch Metallspäne im Laufrad, also im Wald den Schlauch gewechselt Laufrad gereinigt und weiter gefahren, 50km später das selbe Spiel wieder, woher die Metallspäne im Laufrad kommen, ist mir nicht bekannt, das Laufrad ist optisch unbeschädigt.

Bei meiner ersten längeren Tour (48km) – bei dem Idsteiner Familiensonntag kam dann die erste Ernüchterung auf KM 45. Ohne ein Anzeichen verlor ich im Regen meine linke Kurbel und auch das Tretlager wollte sich schon verabschieden, also rauf auf die Bremse und geschaut was kannst du tun. Da ich wortwörtlich im Regen stand und kein geeignetes Werkzeug dabei hatte, habe ich das Rad die letzten 3km geschoben. Am Montag direkt bei HiBike in der Werkstatt gewesen, weil ich mir nicht sicher war ob ich alle Teile aufgesammelt hatte. Die Mitarbeiter und auch Rodney waren auch etwas irritiert das so etwas überhaupt passieren konnte. Wie dem auch sei, man half mir schnell und unbürokratisch und fettete die Lager und schraubte mir das Bike wieder zusammen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst ca. 230km auf dem Tacho. Der durchweg positive Eindruck war angekratzt.

Kurz vor der Erst-Inspektion des Bikes bei ca 400km Putze ich meine Bike, diesesmal ausgiebig und musste feststellen das Überall am Rahmen die Lackierung abgeplatzt war. Jetzt wari ich echt Enttäuscht die Farbe war an mehreren Stellen runter bis auf das blanke Aluminium. Vor der Inspektion bei Hibike begutachtete ein Mitarbeiter und ich das Bike nochmal genau. Schnell ging man davon aus da es sich um Steinschläge handeln musste, was prinzipiell möglich ist, aber nicht am Kontaktpunkt Kabelzug und Rahmen, Trinkflasche und Luftpumpe….. Wie dem auch sei, man hat mir angeboten die Stellen mit Folie zu überkleben, dem ich dann auch zustimmte. Als ich das Bike eine Woche später abholte war ich echt etwas frustriert das mein neues „teures“ Bike schon aussieht wie ein Flickenteppich.

 

 

Ich war so frei und schrieb an den Service von Bergamont an auch via Mail und schilderte mein Problem leider bis heute keine Reaktion vielleicht, wenn der Artikel gelesen wird, bekomme ich eine Antwort, ich würde mich sehr freuen.

Aber nichts desto trotz versprach in Eingangs eine Resumé zum Bike und das ist trotz der geschilderten Vorfälle – positiv. Das Bike begleitet mich jetzt schon 1300km bei Wind und Wetter, mittlerweile fahre ich regelmäßig von meiner Arbeitsstelle in Frankfurt in den Taunus, das Bike rollt immer noch gut, bringt mich auf jeden Berg den ich konditionell schaffe und das Schaltwerk ist immer noch super!

2 Replies to “1300km – 11 Monate – Bergamont Revox 8.0 – Mein Test”

  1. Also das mit den Scheuerstellen am Rahmen (Kabelzüge usw.) ist normal und kommt auch bei MTB für 5000 EUR vor. Da helfen nur Plastikpatches oder Schutzröhrchen für die Züge. Weiterhin viel Spass mit dem Bergamont. Grüsse aus der Schweiz.

  2. Ich habe Bergamont erreicht, Sie sagen das gleiche wie du, ist dennoch ärgerlich, bei meinem Cube hatte ich nicht solche einschläge. Ist jetzt Folie drüber und gut. Dir auch allzeit gute Fahrt

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